“Ich studier dann mal” – planlos seitwärts? Sieben Tipps zum Traumberuf

Fast jeder Dritte bricht sein Studium ab. Besonders hoch sind die Abbruchraten in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Studiengängen. Häufig geben die Abbrecher an, von den Anforderungen überfordert zu sein. Anderen fehlt die Motivation.

 

Planlosigkeit statt Lust auf den Traumberuf

In so mancher Abiturzeitung fällt auf, dass viele Abiturienten keine konkreten Berufsziele äußern: “Erstmal ins Ausland”, “ein praktisches Jahr” und “danach vielleicht studieren”, oder “Chillen … ” – dergleichen findet man hier oft.

Warum brennen unsere Abiturienten nicht darauf, endlich ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und ihre Zukunft aktiv zu gestalten? Warum sind sie nicht wild darauf, bald ihr eigenes Geld zu verdienen und auf eigenen Beinen zu stehen? Wie finden sie zu ihrer eigenen Kraftquelle?

Einen Auslandsaufenthalt sinnvoll nutzen

Viele reizt das Ausland und das ist auch gut so. Aber doch bitte nicht gleich nach dem Abitur und für ein ganzes Jahr! Fahrt doch erstmal für zwei Wochen in das Land eurer Träume und beurteilt dann, ob ihr wirklich ein komplettes Jahr eures wertvollen Lebens dort absitzen wollt.

Ein Auslandsaufenthalt kann Ausbildung und Beruf um wichtige Erfahrungen bereichern, wenn man sich im auserwählten Beruf schon etwas auskennt. Dann werdet ihr etwa durch ein Praktikum dort viel dazulernen und im Lebenslauf mit diesen Erfahrungen punkten. Doch es bringt wenig, in einem fernen Land abzuhängen oder irgendwas zu machen, so lange man mit Studium und Ausbildung noch gar nicht begonnen hat.

Also ab zur Suche nach eurem Traumberuf – Mit diesen acht Tipps sollte es klappen:

1. Was kann ich gut? Macht eine Liste eurer Stärken

Schreibt auf, welche besonderen Stärken ihr habt. Beispiel: Ihr könnt gut schreiben und formulieren, seid kontaktfreudig, seid sportlich, ihr habt ein gutes Gespür für Kunst und könnt gut malen, ihr seid ein Organisationstalent und so weiter.

Macht das bitte schriftlich und ergänzt eure Liste immer wieder. Fragt dazu auch eure Eltern und andere Erwachsene, die euch gut kennen.

Überlegt, welche Branchen und Berufe grundsätzlich zu euren Stärken passen.  Beispiel: Wählt auf gar keinen Fall ein mathelastiges Ingenieurstudium, wenn wenn euch Mathematik nicht sonderlich liegt.

2. Was mache ich gerne? Macht eine Liste eurer Lieblingsbeschäftigungen und Neigungen

Wie steht es damit: basteln? tüfteln? im Team arbeiten? Seid ihr lieber drin oder an der frischen Luft? am Schreibtisch oder unterwegs? Wollt ihr zupacken? was bewegen? Menschen helfen? Reist ihr gerne? …  Welche Hobbies habt ihr? Bei welchen Tätigkeiten fühlt ihr euch am wohlsten? Wie kommt ihr an eure eigene Kraftquelle?

Bitte listet das ebenfalls schriftlich auf und bezieht wieder eure Eltern mit ein.

3. Vorauswahl an möglichen Traumberufen – ein Brainstorming

Führt die beiden Listen aus Punkt eins und zwei nun zusammen und schreibt frei heraus Berufe und Tätigkeiten auf, die grundsätzlich zu euch passen könnten, weil ihr dafür Talent, Fähigkeiten und Spaß mitbringt. Diese Liste darf ruhig lang sein. In welchen Menschen seht ihr außerdem Vorbilder und was machen die beruflich? Denkt quer und in völlig verschiedene Richtungen und Branchen.

In den nächsten beiden Punkten gilt es die Berufe zu streichen, die nicht zu eurer Lebensplanung passen und für eure Ziele nicht realistisch sind:

4. Gibt es genügend Stellenangebote, wenn ihr mit der Ausbildung fertig seid? Ist euer Abschluss gefragt?

Bitte klärt diesen Punkt unbedingt! Denn ihr wollt doch nach eurem Abschluss auch euren Traumjob bekommen.

So gibt es gerade in den Geisteswissenschaften ganze Generationen von Studierenden, die mit ihren Fächern praktisch kaum eine Chance auf eine Stelle haben. Das ist sehr ärgerlich, besonders wenn Fachkräfte mit anderen Abschlüssen händeringend gesucht werden.

Universität Oxford: Unistudium an der Eliteuniversität
Eliteuniversität Oxford

Bitte stellt euch vor: Wenn viele potentielle Arbeitgeber an euch und euren Qualifikationen interessiert sind, so wird man euch gut behandeln und auch zu manch einem Zugeständnis bereit sein. Wenn hingegen 10 weitere Bewerber mit gleichwertiger Qualifikation bereits Schlange stehen und auf einen Job lauern, dann steht ihr ganz anders unter Druck.

5. Passt der Beruf zu meiner Lebensplanung? Wie flexibel ist der Beruf?

Überlegt euch auch, ob ihr vielleicht irgendwann einen Teilzeitjob anstrebt, zum Beispiel zwecks Familienplanung und Nachwuchs. Nicht alle Berufe überzeugen durch Flexibilität und sind für Teilzeit gleich gut geeignet.

Macht euch auch Gedanken, ob ihr lieber viel arbeiten und viel verdienen möchtet, oder ob ihr auf einen rechtzeitigen Feierabend und Freizeit großen Wert legt.  Passen eure Wünsche zum angestrebten Beruf?

Wie steht es mit den Arbeitszeiten (Arbeit am Wochenende? in der Nacht?) Eignet sich der angestrebte Beruf beispielsweise für einen Auslandsaufenthalt?

Nun gilt es, die verbleibenden Berufe auf eurer Liste genauer unter die Lupe zu nehmen.

Geheimnisse reicher und erfolgreicher Menschen

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6. Der Check: Ist das wirklich mein Traumberuf? – Gespräche mit erfahrenen Personen in diesen Berufen

Um herauszufinden, ob eine Tätigkeit aus eurer Liste wirklich zu euch passt und euch langfristig erfüllt, solltet ihr so vorgehen: Sprecht in jedem Fall mit Personen, die genau diesen Beruf ausüben, der euch vorschwebt. Wenn ihr niemanden kennt, dann fragt unbedingt im Bekannten- und Verwandtenkreis herum, ob jemand jemanden kennt, der jemanden kennt … Ein Gespräch mit solchen Leuten aus der Praxis ist extrem wichtig und wird euch sicherlich manch ein Aha-Erlebnis bescheren.

Wenn ihr fündig geworden seid, dann fragt diese beruflichen Insider, was sie an ihrem Beruf besonders reizvoll finden und was ihnen daran weniger gefällt. Fragt unbedingt auch, was sie euch in Bezug auf Ausbildung beziehungsweise Studium zu diesem Beruf raten.

Ihr könnt auch bei einem Personalbüro eines möglichen Arbeitgebers anrufen und fragen, mit welcher Art von Ausbildung oder Studium ihr dort die besten Chancen hättet.

7. Praktikum: Passt der Beruf wirklich zu mir?

Versucht durch Praktika herauszufinden, welcher von den verbleibenden Berufen am besten zu euch passt. Natürlich sollt ihr feststellen, ob ihr euch in diesem Beruf wohlfühlt. Fragt aber auch nach einem ehrlichen Feedback, ob man euch den Job wirklich zutraut und euch nach Ausbildungsabschluss eine Stelle anbieten würde. Vielleicht bekommt ihr sogar das Angebot, auf geringfügiger Basis in dieser Firma zu jobben. Das wäre fast schon ein kleiner Ritterschlag.

Informiert dort bitte auch, welche Art von Ausbildung oder Studium man euch empfiehlt. Fragt nach, wie es mit Entwicklungsmöglichkeiten grundsätzlich aussieht.

Den geeigneten Beruf finden – Fazit

Geht bei der Suche nach eurem Traumberuf immer von eurem Berufsziel aus. Hört auf Menschen, die das erreicht haben, was ihr erreichen möchtet. Fragt bei euren Vorbildern, mit welcher Art von Ausbildung man am besten ans Ziel gelangt.

Wenn ihr ins Ausland möchtet, so könnt ihr einen Auslandsaufenthalt in euer Studium integrieren. Am meisten aber werdet ihr beruflich profitieren, wenn ihr hier bereits praktische Berufserfahrung sammeln konntet und dann für eine Weile im Ausland in eurem Job arbeitet und dazu lernt. Besonders wertvoll wird euer Auslandsaufenthalt dann, wenn das Unternehmen beziehungsweise die Einrichtung, für das ihr dort tätig seid, international führend ist.

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