Sparen macht Spaß – Schritt für Schritt zum smarten Sparen mit Ihren Kindern

In diesem Gastartikel gibt Jasmin Höcherl wertvolle Tipps, wie Kinder sparen lernen.

Deutschland! Das Land der Sparer und Häuslebauer! Knapp 10 Prozent der Bevölkerung spart sein Geld. Sparen macht ihnen also Spaß! Doch gleichzeitig zeichnen sich in diesem Land nur magere Vermögenszuwächse ab. Woran könnte das liegen?

Wie spart Deutschland?

Sparen ist natürlich nicht gleich Vermögensaufbau und so kommt es, dass das liebe Geld meist auf dem Girokonto geparkt wird und an niedrigen Zinsen verhungert. Laut einer aktuellen Umfrage des Verbands der Privaten Bausparkassen e. V. sparen die Deutschen mit Hilfe ihres Sparbuchs, dicht gefolgt vom Girokonto. Selbst der Bausparer erfreut sich im Jahr 2019 an einem Comeback. Er landet – trotz langer Laufzeiten und Abschlussgebühren – im Mittelfeld der Umfrage. In Aktien investieren nur 5 bis 6 Prozent der Befragten. Somit landet diese Form des Sparens am letzten Platz und das obwohl sich der deutsche Leitindex seit dem 1. Januar 2019 im Aufwärtstrend befindet.

85 Prozent der jungen Leute sparen regelmäßig

Doch nicht nur die Erwachsenen sparen ihr Geld, sondern auch die jungen Leute. Das zeigt eine repräsentative Online-Umfrage der Deutschen Bank. Bei dieser wurden Schüler, Auszubildende, Studenten und Berufstätige befragt. So wandern bei den Vierzehn- bis Fünfundzwanzigjährigen durchschnittlich 141,- Euro auf die hohe Kante. Die meisten Jugendlichen sparen für konkrete Ziele wie den Führerschein oder die ersehnte Urlaubsreise. 13 Prozent legen jedoch auch schon konkret für die Altersvorsorge ihr Geld zurück.

Bei so vielen Zukunftsmöglichkeiten ist es wichtig, dass sich bereits Kinder und Jugendliche mit dem Thema Sparen auseinandersetzen und dies bestenfalls von ihren Eltern vorgelebt bekommen. Sparen soll nicht aus Angst oder Zwang gemacht werden. Es soll Spaß machen!

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Sparen von Anfang an

Richtig eingesetzt, kann Sparen nämlich durchaus beim Vermögensaufbau helfen. Die Einstellung zum Geld wird von unserem Familienhaus übernommen und trägt sich oftmals durch unser ganzes Leben. Aus diesem Grund möchten wir Ihnen in diesem Artikel eine Schritt für Schritt Anleitung an die Hand geben wie Sie Ihren Kindern das smarte Sparen näherbringend können. Sie wissen sicherlich bereits selbst, dass man mit dem Thema Sparen und Finanzen nicht früh genug anfangen kann. Die vorangegangenen Studien unterstreichen diese Ansicht zusätzlich.

Die richtige Einstellung zum Geld ist wichtig

Entwicklungspsychologisch betrachtet lernen Kinder – und natürlich auch Erwachsene – am besten, wenn eine emotionale Verbindung zu einer Person oder zu einer Situation hergestellt ist. Als Elternteil bedeutet das: Sie sind von Anfang an ein Vorbild für Ihr Kind. Genauso wie Ihre Eltern wiederum Vorbilder für Sie waren.

Schritt für Schritt zum smarten Sparen

Ziel unseres Leitfadens ist es, dass Kinder eine positive Einstellung zum Geld erhalten und bestenfalls Freude im Umgang mit ihren Finanzen und dem Sparen entwickeln. Klar ist jedoch auch, dass dies nur mit Hilfe eines Erwachsenen gelingen kann, der die Kleinen liebevoll und behutsam an die Hand nimmt. Deshalb laden wir alle „Großen“ ein, sich noch einmal mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen.

Schritt 1: Die richtige Einstellung zum Geld finden und vermitteln

Reflektieren Sie Ihre eigene Einstellung zum Geld! Welchen Bezug hat Ihr Elternhaus zum Thema? Was denken Sie aktuell über Geld und wohin möchten Sie sich gedanklich bewegen?

Fragen Sie sich: „Möchte ich bei jemandem sein, der schlecht über mich denkt?“ Genauso verhält es sich mit Geld! Eine negative Einstellung wird sich auch auf Ihrem Konto bemerkbar machen und sich auf Ihre Kinder übertragen!

Sprechen Sie in Ihrer Familie über Geld! Sie und Ihre Kinder sollen lernen, dass Geld kein Tabuthema ist.

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Schritt 2: Die Grundlagen von Geld kennenlernen

Sparen ohne Geld ist wohl undenkbar. Doch um smart Sparen zu können, müssen Sie und Ihre Kinder sich einen soliden Grundstein an Wissen aneignen.

Fangen Sie bei Ihren Kindern klein an. Beschäftigen Sie sich gemeinsam mit den Fragen „Was ist Geld?“ oder „Was sind Einnahmen und Ausgaben?“. Helfen könnte Ihnen bei der letzten Frage eine Übersichtstabelle, die Sie gemeinsam anfertigen können. Zudem gibt es passende Bücher zum Thema. (Passende Buchempfehlungen für dich sind unten vermerkt)

Zu den Grundlagen gehört natürlich auch das Geld selbst! Gehen Sie die verschiedenen Scheine und Münzen gemeinsam durch und schauen Sie sich das Geld einmal genau an. Vielleicht entdecken auch Sie noch etwas Neues! Wecken Sie die Neugier!

Schritt 3: Kinder partizipativ in Geldprozesse einbeziehen

Lernen ist immer ein aktiver Prozess. Beziehen Sie deshalb Ihre Kinder aktiv und dem Alter entsprechend in Geldprozesse mit ein. Dies kann man beispielsweise beim Erstellen eines Haushaltsplans oder beim Bezahlen an der Kasse tun. Durch die Einbeziehung entwickeln Kinder nicht nur eine positive Einstellung zum Geld, sondern auch ein gesundes Selbstbewusstsein.

Bekommt Ihr Kind bereits Taschengeld? Sie können diese regelmäßigen Einnahmen für Ihr Kind bereits unter 6 Jahren mit einem geringen wöchentlichen Beitrag einführen. Eine genaue Übersicht über Alter, Zeitabstand und der Höhe finden Sie auf der Seite des DJI. Durch den Umgang mit dem eigenen Geld, lernen Kinder am effektivsten.

Taschengeld kann auch gespart werden! Hierzu können Sie zum Beispiel eine selbst gebastelte Spardose mit Ihrem Kind gestalten und einführen oder Sie bringen Ihrem Kind gleich von Anfang das smarte Sparen bei. Wie das gelingen kann, zeigen wir Ihnen im letzten Teil.

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Smartes Sparen durch mehrere Konten

Viele Menschen tätigen all ihre Zahlungen und Anlagen von einem Bankkonto aus. Erfolgreiche Menschen haben sich jedoch ein cleveres Modell aufgebaut. Sie haben sich ein Kontosystem geschaffen, welches aus mehreren Konten besteht.

Empfohlen wird am Anfang immer das 3-Konten-Modell, das sich wie folgt aufteilt:

  •  Basiskonto (Gehaltseingang, Fixkosten)
  •  Sparkonto (Sparbeträge)
  •  Spaßkonto (Vergnügen)

Ihr Einkommen landet auf dem Basiskonto und durch selbst eingerichtete Daueraufträge können Sie einen festgelegten Prozentsatz auf das Spar- und Spaßkonto umleiten. Empfohlen wird – in Kombination mit dem 3-Konten-Modell – die 50-30-20 Regel.

Einmal eingerichtet, müssen Sie sich über den nächsten Zeitraum keine Gedanken mehr über die Aufteilung der monatlichen Beträge machen.

Der Zeitaufwand liegt lediglich in der Eröffnung der Konten und der Einrichtung der Daueraufträge. Ansonsten haben solche Aufteilungsprozesse mehrere Vorteile wie

  • Besserer Finanzüberblick
  • Mehr Kontrolle über das eigene Geld
  • Langfristige Einsparungen von Geld, Zeit und Willenskraft

Übrigens sollten sich am Sparkonto mindestens drei Nettomonatsgehälter als „goldene Reserve“ befinden. Alles was darüber hinaus geht, kann als „Erspartes“ angesehen werden.

Dieses System kann auch bereits Kindern im kleinen Stil vermittelt werden.

Tipps, wie Sie Ihren Kindern smartes Sparen beibringen können

Nun möchten wir Ihnen noch drei Tipps mit auf den Weg geben, wie Sie Ihren Kindern das smarte Sparen im einfachen Stil näher bringen können.

Tipp 1: Basteln Sie zusammen eine Spardose, Wunschdose und eine Spaßdose

Wie wir in diesem Artikel festgestellt haben, lernen Kinder vor allem, wenn ein emotionaler Bezug vorhanden ist und sie selbst ins Tun kommen. Außerdem sparen Kinder und Jugendliche vor allem auf bestimmte Ziele und Wünsche hin. Damit alle Bereiche auf Dauer ausgewogen sind, eignet sich hier eine kindgerechte Form des 3-Konten-Modells mit eben genannten Dosen.

Sparschwein auf der Wiese zum Geld sparen für Kinder
Sparen macht Spaß!
Tipp 2: Teilen Sie das (Taschen)Geld gemeinsam nach der 50-30-20 Regel auf

Nirgends lernt man besser Rechnen als im Alltag! Sie können beispielsweise das Taschengeld gemeinsam nach genannter Regel aufteilen. Wenn Ihr Kind bereits älter ist und einen ganz besonderen Wunsch hegt, können Sie gemeinsam über zusätzliche Einnahmequellen wie Nebenjobs nachdenken.

Tipp 3: Seien Sie ein finanzielles Vorbild

Bleiben Sie konsequent bei der Auszahlung des Taschengeldes, knüpfen Sie Geld nicht an Bedingungen und leben Sie Ihrem Kind das Gesagte vor.

Zum Abschluss noch ein letzter Bonustipp von uns:

Haben Sie gemeinsam Spaß im Umgang mit Ihren Finanzen!

So können Sie für sich und Ihre Kinder – anders als im deutschlandweiten Trend – geeignete Anlageformen finden und langfristig als Familie Vermögen aufbauen.

Autorin

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von  Jasmin Höcherl. Für die ausgebildete Sozialpädagogin ist es ein Herzensthema, Kinder an den Umgang mit Geld heranzuführen. Auf  ihrem Blog Finanzkidz gibt sie Eltern vielfältige Anregungen in punkto “Finanzerziehung für Kinder”.

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